
Der Staat verbessere seine finanzielle Position mit Hilfe der Bürgschaftsbanken also erheblich, unterstreicht der wissenschaftliche Studienleiter und Institutsvorstand Prof. Dr. Axel G. Schmidt. „Dementsprechend würde sich ein kompletter Stopp des Bürgschaftsbankensystems negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auswirken: Die permanent positiv wirkenden Investitionseffekte würden in diesem Fall so lange abnehmen, bis sie kaum noch spürbar wären, während weiterhin Ausfallzahlungen entstünden, die vom Staat anteilig zu tragen wären und entsprechend negative Auswirkungen auf gesamtwirtschaftliche Größen hätten.“ Sachsen-Anhalt ist also auf dem richtigen Weg. Bei der Bewilligung von Bürgschaften und Garantien liegt unser Land bundesweit mit im Vorderfeld: hier wurden im Zehnjahresdurchschnitt 1995–2004 genau 5,8 Prozent aller Genehmigungen bundesweit erteilt, wobei zwei von drei Bürgschaftsanträgen in Sachsen-Anhalt positiv beschieden wurden. Unser Anteil am valutierten Gesamtbestand von Bürgschaften und Garantien (bundesweit 5,1 Milliarden Euro) betrug mit Stichtag 31. Dezember 2004 genau 7,1 Prozent, das ist sogar Platz 5.
Über den messbaren Netto-Nutzen hinaus müssen auch weitere qualitative volkswirtschaftliche Auswirkungen von Bürgschaften berücksichtigt werden, verweist die inmit-Studie unter anderem auf die Aufrechterhaltung eines funktionsfähigen Wettbewerbs durch Unterstützung von zwei- bis dreitausend Existenzgründungen jährlich und auf die Sicherung der Unternehmensfortführung beim finanziell oft problematischen Generations- und Eigentümerwechsel.
Die unverzichtbare Rolle der Bürgschaftsbanken für die Mittelstandspolitik in Deutschland wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Die veränderten Rahmenbedingungen für die Finanzierungsinstitute, die Globalisierung der Finanzwelt und Basel II verlangen eine stärker als bisher nach Risikoaspekten ausgerichtete Geschäftspolitik. Für Existenzgründer und Mittelständler wird damit der Zugang zu Krediten schwieriger – und die Beantragung einer Bürgschaft immer folgerichtiger.